GNADENKAPELLE  IN  ALTÖTTING
Herzurne Ludwig II. in der Gnadenkapelle Altötting
Altötting ist nicht nur der älteste und berühmteste Wallfahrsort Bayerns, sondern auch jene Stätte, an der sich die Herzen vieler Wittelsbacher, so z.B. des Kurfürsten Maximilian III. Josef befinden. In der achteckigen Heiligen Kapelle wurden dem altehrwürdigen Gnadenbild Mariens im Mittelschrein gegenüber die Herzurnen 27 bayerischer Fürsten in zwei Bogennischen beigesetzt. Seit acht Jahrhunderten war es Brauch, die Herzen der verstorbenen Landesherren aus dem Leib zu nehmen und in silberne Urnen gebettet nach Altötting zu bringen, unter ihnen auch das Herz Ludwig II..
Zwei Monate nach dem Tod des Monarchen, am 16. August 1886, wurde die 65 Zentimeter hohe neubarocke Urne mit dem Herz Ludwig II. auf dem Schienenweg vom Münchener Ostbahnhof zum Kapellenplatz in Altötting gebracht. Nach dem Gottesdienst verbrachte man das Gefäß, dessen Herzkapsel aus Zinn besteht, zu seinem Platz in einer der Nischen, wo es heute noch steht und zu bewundern ist. Die Herzen seiner Eltern, Max II. und Marie, sowie das seines Bruders Otto haben nun an diesem heiligen Orte, nebst weiteren 23 fürstlichen Herzen, die letzte Ruhe gefunden.

 

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