Der Biebrich-Mosbacher Tagespost vom Montag, den 8. August 1864 ist zu entnehmen: „
Biebrich, 6.
August. Gestern Abend um 7 Uhr traf Se. Majestät der König von Bayern, von
Köln kommend, mit der Staatsbahn hier ein und stieg im Hotel-Belle-Vue
ab. Se. Majestät machte alsdann Sr. Hoheit dem Herzog (Adolph von Nassau) Seine Aufwartung, und wurde
am Rondél von Sr. Hoheit, umgeben von dem ganzen Hofstaat, empfangen. Eine Ehrenwache sowie die
Regimentsmusik von Wiesbaden, waren daselbst aufgestellt. Nachdem der König in das Hotel zurückgekehrt,
erwiderte Se. Hoheit den Besuch. Um 8 Uhr fuhr Se. Majestät mittelst Postpferden, welche von Schwalbach
hier anlangten, dorthin zurück...“ Womöglich zeigten die berühmten, 1846 gebauten, Gewächshäuser im
Garten des herzoglichen Schlosses bei Ludwig II. ihre Wirkung und regten seine Phantasie für den Bau des
Wintergartens
auf der Münchner Residenz an. Biebrich hatte für den König jedoch noch eine andere Bedeutung; wohnte doch
Richard Wagner von Februar bis Oktober 1862 im Hause des Architekten
Frickhöfer und begann dort seine Arbeit an den „Meistersinger von Nürnberg“.