BIEBRICH
Hotel-Belle-Vue in Biebrich
Wenige Monate nach der Übernahme der Regentschaft begab sich Ludwig II. Anfang August 1864 nach Bad Schwalbach, um der dort weilenden Zartin Maria Alexandrowna einen Besuch abzustatten und von dort aus einige Ausflüge in der Umgebung zu unternehmen.
(Informationen sind D. Effenberger zu verdanken.)
Der Biebrich-Mosbacher Tagespost vom Montag, den 8. August 1864 ist zu entnehmen: „Biebrich, 6. August. Gestern Abend um 7 Uhr traf Se. Majestät der König von Bayern, von Köln kommend, mit der Staatsbahn hier ein und stieg im Hotel-Belle-Vue ab. Se. Majestät machte alsdann Sr. Hoheit dem Herzog (Adolph von Nassau) Seine Aufwartung, und wurde am Rondél von Sr. Hoheit, umgeben von dem ganzen Hofstaat, empfangen. Eine Ehrenwache sowie die Regimentsmusik von Wiesbaden, waren daselbst aufgestellt. Nachdem der König in das Hotel zurückgekehrt, erwiderte Se. Hoheit den Besuch. Um 8 Uhr fuhr Se. Majestät mittelst Postpferden, welche von Schwalbach hier anlangten, dorthin zurück...“ Womöglich zeigten die berühmten, 1846 gebauten, Gewächshäuser im Garten des herzoglichen Schlosses bei Ludwig II. ihre Wirkung und regten seine Phantasie für den Bau des Wintergartens auf der Münchner Residenz an. Biebrich hatte für den König jedoch noch eine andere Bedeutung; wohnte doch Richard Wagner von Februar bis Oktober 1862 im Hause des Architekten Frickhöfer und begann dort seine Arbeit an den „Meistersinger von Nürnberg“.

 

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