Am Hoftheater in München, wo sie von 1867 bis 1871 fest engagiert worden war, erregte sie als „Maria Stuart“
die Aufmerksamkeit des Königs, der von Hofmaler Heigel sogleich mehrere Portraits von ihr anfertigen ließ.
Ludwig II. zeigte Lilla, die vier Kinder hatte, bei ihrem Aufenthalt in
Hohenschwangau die Sehenswürdigkeiten
des Schlosses und betrat mit ihr das Schlafgemach, wo sie sich am Rand des Bettes niederließen. Bei der Rezitation
von „Egmont“ – so Böhm – wurde Lilla bei der Kußszene spröde und wies Ludwig, der seinen Kopf auf ihre Schultern
gelegt hatte, zurück. Nach einem gemeinsamen Besuch auf der
Roseninsel sendete ihr der König die von ihm
eigenhändig gepflückten Rosen, die Lilla aus Furcht um ihre Handschuhe nur widerwillig annahm, in gepresster
Form, was sie sehr verärgerte. Bevor Lilla München endgültig verließ, begegnete Ludwig dem „Bulyowszky-Luder“ im
Jahre 1872 ein letztes Mal. Im Alter von 42 Jahren zog sie sich von der Bühne zurück und beschäftigte sich
hauptsächlich mit der Bearbeitung von ungarischen und französichen Theaterstücken, die sie für deutsche Bühnen
übersetzte. In Graz, wo sie nach dem Tod ihres Mannes lebte, starb Lilla, die vielbewunderte Schönheit und
treffliche Bühnenkünstlerin, am 11. Dezember 1909.