LILLA  VON  BULYOVSZKY
Lilla von Bulyovszky, Theaterschauspielerin
Am 25. Mai 1834 zu Klausenburg (Siebenbürgen) als Tochter eines Schauspielers geboren, betrat Lilla Szilagyi bereits in Jugendjahren als graziöse Tänzerin die Bühne und war von 1849 bis 1860 Mitglied am ungarischen Nationaltheater in Pest. Lilla, die sich mit dem Schriftsteller Julius Bulyovszky vermählte, kam nach Gastspielen am Hoftheater in Dresden 1860 und am „Königlichen Theater“ in Berlin ebenso an das „Wiener Burgtheater“.
Am Hoftheater in München, wo sie von 1867 bis 1871 fest engagiert worden war, erregte sie als „Maria Stuart“ die Aufmerksamkeit des Königs, der von Hofmaler Heigel sogleich mehrere Portraits von ihr anfertigen ließ. Ludwig II. zeigte Lilla, die vier Kinder hatte, bei ihrem Aufenthalt in Hohenschwangau die Sehenswürdigkeiten des Schlosses und betrat mit ihr das Schlafgemach, wo sie sich am Rand des Bettes niederließen. Bei der Rezitation von „Egmont“ – so Böhm – wurde Lilla bei der Kußszene spröde und wies Ludwig, der seinen Kopf auf ihre Schultern gelegt hatte, zurück. Nach einem gemeinsamen Besuch auf der Roseninsel sendete ihr der König die von ihm eigenhändig gepflückten Rosen, die Lilla aus Furcht um ihre Handschuhe nur widerwillig annahm, in gepresster Form, was sie sehr verärgerte. Bevor Lilla München endgültig verließ, begegnete Ludwig dem „Bulyowszky-Luder“ im Jahre 1872 ein letztes Mal. Im Alter von 42 Jahren zog sie sich von der Bühne zurück und beschäftigte sich hauptsächlich mit der Bearbeitung von ungarischen und französichen Theaterstücken, die sie für deutsche Bühnen übersetzte. In Graz, wo sie nach dem Tod ihres Mannes lebte, starb Lilla, die vielbewunderte Schönheit und treffliche Bühnenkünstlerin, am 11. Dezember 1909.

 

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