Noch als Kronprinz sah Ludwig II. die Schauspielerin in der Rolle der Thekla in Schillers „Wallenstein“ und
war, wie sein Großvater
Ludwig I. zuvor, von ihr derart begeistert, dass er sie 1875 sogar auf die Insel
Herrenchiemsee einlud. In einem Brief vom 25. April 1876 schrieb Ludwig
ihr: „
... Daß mein Herz nicht allen
Gefühlen abgestorben ist, empfinde ich stets, wenn ich Sie, verehrte Frau, sehe, mit Ihnen spreche und Ihre
Briefe lese, aus denen mir wohlthuende Wärme, ein nur Ihnen eigener Zauber weht....“ Anteil nahm der König
auch am Schicksal ihrer Tochter, die auf ihrer Hochzeitsreise von unheilbarem Wahnsinn befallen wurde: „
...Was
ich nicht begreife, ist, daß gerade in den Tagen des Glücks und der Freude das entsetzliche Unglück über Ihr
Kind hereingebrochen ist, da sonst eher Momente des Schmerzes und der Verzweiflung eine Umnachtung des Geistes
zur Folge haben...“ Nach der Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchner Hofbühne 1895 und ihrem Abschied von der
Bühne war die liebenswürdige und tadellose Schauspielerin, bis zu ihrem Tode am 21. März 1909, noch hin und
wieder auf derselben zu bewundern.