MARIE  DAHN-HAUSMANN
Marie Dahn-Hausmann, Hofschauspielerin
Am 17. Juni 1829 wurde Marie Dahn-Hausmann als Tochter des badischen Hofschauspieler-Ehepaares in Wien geboren. Zwar zeigte Marie, eher schüchterner Natur, anfangs weder Talent noch Neigung zur Bühne, wurde jedoch 1846 für das Frankfurter Stadttheater engagiert. Vier Jahre nach dem Eintreffen am Münchner Hoftheater ehelichte sie am 8. Juni 1853 Friedrich Dahn, der in erster Ehe mit der bedeutenden Konstanze Dahn – dessen Verbindung der Dichter Felix Dahn entstammte – verheiratet war.
Noch als Kronprinz sah Ludwig II. die Schauspielerin in der Rolle der Thekla in Schillers „Wallenstein“ und war, wie sein Großvater Ludwig I. zuvor, von ihr derart begeistert, dass er sie 1875 sogar auf die Insel Herrenchiemsee einlud. In einem Brief vom 25. April 1876 schrieb Ludwig ihr: „... Daß mein Herz nicht allen Gefühlen abgestorben ist, empfinde ich stets, wenn ich Sie, verehrte Frau, sehe, mit Ihnen spreche und Ihre Briefe lese, aus denen mir wohlthuende Wärme, ein nur Ihnen eigener Zauber weht....“ Anteil nahm der König auch am Schicksal ihrer Tochter, die auf ihrer Hochzeitsreise von unheilbarem Wahnsinn befallen wurde: „...Was ich nicht begreife, ist, daß gerade in den Tagen des Glücks und der Freude das entsetzliche Unglück über Ihr Kind hereingebrochen ist, da sonst eher Momente des Schmerzes und der Verzweiflung eine Umnachtung des Geistes zur Folge haben...“ Nach der Ernennung zum Ehrenmitglied der Münchner Hofbühne 1895 und ihrem Abschied von der Bühne war die liebenswürdige und tadellose Schauspielerin, bis zu ihrem Tode am 21. März 1909, noch hin und wieder auf derselben zu bewundern.

 

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