Entschlussfreudigkeit und rasches Handeln sind
gefragt, welche die drei jugendlichen Detektive auf die Insel zum Schloss Herrenchiemsee bringen, wo trotz
ihrer gut ausgeklügelten Beobachtungsstrategie die Diebe ihren Plan ausführen und mit einem wertvollen
Gegenstand aus dem Besitz Ludwigs II. fliehen können.
Die Täter sind nicht ungeschickt, die örtliche Polizei hingegen umso mehr - doch die drei Freunde, die durch
den langjährigen Fußball-Nationalspieler Martin Max unterstützt werden, geben nicht auf. Sie entdecken, dass Täter
nicht gleich Täter ist, sondern auch eine unbescholtene Person, die zur Mittäterschaft gezwungen wird, in dieser
Angelegnheit ihre Hilfe braucht. Dank glücklicher Umstände und einiger Zufälle, aber auch guter Kontakte und
Kombinationsgabe bleiben sie stets einen Schritt hinter den Tätern - doch nur um nicht entdeckt zu werden und
ihre eigenen Ermittlungen zu gefährden.
Als ihnen dann ein eigenhändiges brisantes und bislang unentdecktes Schreiben des Königs in die Hände fällt,
das von enormer Wichtigkeit sein könnte - auch bezüglich der Beziehung Ludwigs II. zum Fußball sowie der
Todesumstände von 1886 - ist die Überraschung groß. Doch nicht nur seitens der drei Detektive - auch die
Hoiglmänner (in Anspielung auf die maskierten Guglmänner) treten in Erscheinung...
Fazit:
Band 2 dieses 144 Seiten fassenden Büchleins aus der Reihe "Die Fußball-Detektive" liest sich gleich zu Anbeginn
recht flüssig und weiß zu fesseln, da es sehr spannend und leicht verständlich geschrieben ist - durchaus eine
Lektüre für alle Altersklassen. Selbst für nicht am Volkssport Fußball Interessierte empfehlenswert, auch wenn
der Untertitel auf den ersten Blick anderes vermuten lässt. Der Bezug der drei jugendlichen Detektive zum
Fußball fließt begleitend mit ein, nimmt jedoch keinen übermäßigen Stellenwert ein, sondern vermischt sich
gekonnt mit der Hauptgeschichte, dem Raub im Schloss Herrenchiemsee. Viele beschriebenen Orte in und um München,
die fast alle einen Bezug zu Ludwig II. aufweisen, kann man nach der Lektüre durchaus aufsuchen und sich somit
idealerweise auf die Spuren der Detektive begeben. Im Anhang des Buches wird ausführlicher auf Hintergründiges
wie beispielsweise die Thematik "König Ludwig und der Fußball" eingegangen, die bis dato in keinem Buch über
den König Erwähnung fand. Doch nicht nur um die Klärung des Falls geht es dem Autor bei dieser Geschichte;
auch das Zwischenmenschliche - in diesem Fall wohl die familiäre Situation von Lissy, die in den Raub
hineingezogen wurde - findet Erwähnung und zeigt auf, dass auf den zweiten Blick vieles anders erscheint.
Ein absolut zu empfehlender Lesegenuss, der jeder des Lesens mächtigen Altersstufe ans Herz gelegt werden kann!
Anmerkung:
Der im Anhang befindliche Satz "Er gab fast sein ganzes Geld für Märchenschlösser wie Herrenchiemsee,
Hohenschwangau und Neuschwanstein aus - und er ruinierte damit beinahe die Staatskasse seines Königreiches
Bayern." stimmt leider nicht ganz. Schloss Hohenschwangau wurde von König Maximilian II. restauriert, bevor
dessen Sohn Ludwig II. das Licht der Welt erblickte. Die Staatskasse konnte zudem gar nicht ruiniert werden,
da sich Ludwig II. ausschließlich seiner jährlichen Einnahmen aus der ihm zustehenden Zivilliste bediente.
Aus dem Inhalt:
Der Märchenkönig • Aufregung im Museum • Lissy • Alarm im Heimatmuseum • Tag der offenen Tür beim FC Bayern •
Unter dem Olympiaturm • Kombinierte Bahn- und Schiffsreise • Raub im Schloss • Lissy schwimmt • Die Polizei greift
ein • Ein Abend in Gstadt • Auf der Krautinsel • Kunsträuber treffen Kunstschmuggler • Ein sensationeller Fund •
Vernehmung • Gestellt • Verfolgung • Der Verräter • Tor für Florian • Anhang