Ganz gleich, ob der König selbst oder einer der königlichen Begleiter sich vom Pferd herabgebeugt haben –
zur Erinnerung daran wurde an der Kreuzung von König-, Most- und Bahnhofstrasse 1908 ein Brunnen mit einem
Bronzerelief, das die Begegnung der jüdischen Mädchen mit dem König darstellt, errichtet. Dreißig Jahre später
jedoch wurde das Relief unter nationalsozialistischer Herrschaft entfernt, sodass nur noch das Becken erhalten
geblieben ist. 16% der Einwohnerschaft waren jüdischer Herkunft und so besuchte Ludwig II. nach einem Stadtrundgang
die Hauptsynagoge, in welcher ihn der 65jährige Rabbiner
Dr. Isaak Löwi begrüßte und dem hohen Gast bereitwillig
alle Fragen beantwortete. Um 18:30 Uhr bestieg der König den Zug und fuhr auf der ältesten Bahnstrecke zurück
nach Nürnberg. Nach dem Tode des Königs tauchte eine Weste in Fürth auf, die Ludwig II. angeblich am 13. Juni 1886
getragen haben soll, und wurde in der Bergbräu-Gaststätte als Trophäe ausgestellt, zusammen mit einem Gedicht. Der
Verbleib der „Königsweste“ ist unbekannt.