Vom Winde leicht gekräuselte Wellen
Bewegen des See´s durchsichtige Fläche,
Forellen im lustigen Spiele sich schnellen,
Von den Bergen rieseln kristallene Bäche.
Dazu im Kreise die Bergesriesen,
Ihre Häupter bedeckt mit Schnee und Eis,
Und tiefer grüne duftende Wiesen,
Bestrahlt von der Sonne so glühend heiß.
Man fühlt sich befreit von des Tages Lasten,
Und atmet den köstlich würzigen Duft,
Weitab liegt das Treiben, Drängen und Hasten,
Hier umweht uns die reine Bergesluft.
Einst hat hier Bayerns geliebter König
Ludwig II. so gerne geweilt,
Hier hat bei flimmerndem Mondenscheine
Sein Boot die glitzernden Wellen durcheilt.
Ganz traumhaft verging ihm so Stunde um Stunde,
Und eh´ ers geahnt, weht aus Mondlicht und Duft
Ueber Bergesgipfel und Schneegefilde
Des jungen Tages süß schmeichelnde Luft.
Und jäh erwachend aus seinen Träumen
Besteigt er sein prächtig´ Königsgespann,
Und fährt dahin in den jungen Morgen,
Ein König – ein Künstler – ein einsamer Mann.