Wenn auf schwindelnder Brücke
Der Wanderer steht,
Mit ängstlichem Blicke
Die Tiefe erspäht,
Das Ohr auf das Rauschen
Deß Gießbaches hört,
Die Sinne vom Lauschen
Sind bang und betört, –
Da plötzlich dein Schauen
Neuschwanstein erblickt,
Dir schwindet das Grauen,
Du träumst wie entzückt;
Denn wie eine Gralsburg
Auf Felsen getürmt,
Mit Erkern und Zinnen
Gen Himmel sie stürmt; –
Ein Gleichnis will sagen
Das Schloß dir voll Wucht,
Die Brück´ auch, geschlagen
Ob gähnender Schlucht:
Du stehst auf der Brücke
Des Lebens noch heut,
Bist stets vom Geschicke
Des Todes umdräut,
Doch wär nicht der Himmel
Das ewige Schloß,
Ganz nutzlos dein Dasein
Auf Erden verfloß –