Der Berg, mein Freund
Wie oft hat eines Menschen Brust
Sich kalt und fühllos mir erwiesen,
Und Worte sind mir viel bewußt,
Die gegen Lieb und Treu verstießen;
Denn Arglist birgt des Menschen Herz,
Wem magst du ganz dich anvertrauen
In Freude, Sehnsucht, Lust und Schmerz? –
Kaum kannst aufs eigne Herz du bauen!
Drum seid umarmt, ihr Berge kühn,
Ihr könnt nicht Ärgernis bereiten!
Seid Gleichnis, was ich selber bin:
Seid Hüter großer Einsamkeiten!
Ihr ragt so königlich wie ich,
Sollt eines Königs Herzschlag hüten,
An euren Brüsten berg ich mich,
Bei euch ist Ruhe, Treu und Frieden!