Eine Verunglimpfung primitivster Art König Ludwigs II. von Bayern mußte der Fernsehzuschauer am 15. November
2007 im Bayerischen Rundfunk und als Wieder- holung am 17. November 2007 in 3sat in der Sendung „quer“ erleben.
In alberner, ehrenrührender Weise wurden die Experten und Ludwig II.-Forscher in dieser Sendung behandelt.
Vereinbarte Stellungnahmen der Forscher zu dem Thema „Mantel des Königs“ und „Foto: Lungenblut des Königs...“
wurden aufgenommen, aber für die Sendung später fast vollständig weggeschnitten.
Darüberhinaus beinhaltete die Sendung überwiegend Falschdarstellungen historischer Wahrheiten und abwertende,
dumme Bemerkungen über Ludwig II.
Der bekannte Ludwig II.-Forscher Peter Glowasz, der für diese Sendung schon am 12. November 2007 in Berlin
eine von der Redaktion „quer“ vereinbarte Stellungnahme abgab erklärt dazu: „Ich bin tief erschüttert über
das, was man aus Bayern gesendet hat. Ich fühle mich von diesem Sender getäuscht...!
Eigentlich ein Skandal, dass dieser „Beitrag“ im Bayernland bzw. im öffentlich-recht-lichen Bayerischen
Fernsehen eine Sendeerlaubnis erhielt!
Die bekannte Oberstudienrätin und Buchautorin („Poetische Paradiese“ und „Der tra- gische König“) Erika Brunner
hat wegen dieser unmöglichen Sendung einen Offenen Beschwerdebrief an die Intendanz des Bayerischen Rundfunks,
Herrn Prof. Dr. Thomas Gruber, geschrieben.
Nachstehend der Wortlaut des Briefes:
»Erika Brunner
Wiesbaden, 17.11.2007
An den
Bayerischen Rundfunk
Intendanz
Herrn Prof. Dr. Thomas Gruber
Rundfunkplatz 1
80300 München
Sehr geehrter Herr Professor Dr. Gruber!
Erstmalig sah ich (am 15.d.M.) die Sendung „quer“, weil man mich wissen ließ, sie bringe neue Erkenntnisse zum
historischen Thema „Ludwig II.“.
Ich hätte meinem ersten Impuls, schon nach den zuvor gesendeten satirischen Beiträgen des Magazins den Apparat
abzuschalten, unbedingt folgen sollen, hatte dem öffentlich-rechtlichen Sender Bayerns aber nicht das Niveau
billigsten Privat-Trash-TVs zugetraut.
Mein Sinn für Humor endet dort, wo einerseits das tragische Schicksal Ludwigs II. als Gegenstand respektloser
Volksbelustigung mißbraucht wird und andererseits gutgläu- bige Menschen, die in Erwartung sachlicher
Auseinandersetzung mit ihren Theorien dem Interviewer Rede und Antwort stehen, als Lachnummer vorgeführt
werden, wo man kontroverse, aber dem Thema gemäß angemessene Diskussion erwartet hätte.
Über die Albernheit dieser Moderation kann ich hinwegsehen, nicht aber über die sich darin bekundende
Menschenverachtung gegenüber Verstorbenen wie Lebenden.
Erika Brunner«
Ludwig II.-Forschung - aktuell
Redaktion Berlin
i.A. Simone von Bachmann