NEUE SERIE

Auf den Spuren des Märchenkönigs
Wissenswertes aus den Büchern und Hörbüchern
von Peter Glowasz

»Auf den Spuren des Märchenkönigs« • »Wurde Ludwig II. erschossen?«
»Das Geheimnis um den Sarkophag König Ludwigs II. von Bayern«
»Herrlichkeit und Tragik eines Märchenkönigs
«

Fünfter Teil:

Der Sarkophag des Märchenkönigs

Neuer Forschungsergebnisse

Verbirgt der Sarkophag König Ludwigs II. von Bayern immer noch ein Geheimnis? Befindet sich in ihm tatsächlich der einbalsamierte Leichnam des Königs?
Bekanntlich ranken sich bis zum heutigen Tage viele Anekdoten und reißerische Geschichten um den von Architekt und Oberhofbaurat Julius Hofmann entworfenen und von Zinngießermeister J. Rößler geschaffenen prächtigen Königssarg mit einem Gesamtgewicht von 20 Zentner, einer Länge von 2,75 m, einer Breite von 1,18 m und einer Höhe (ohne Königskrone) von 1,25 m.
Doch Einzelheiten dazu später.
Zur Beschaffung des neoklassizistischen Sarkophags und der in ihm eingelegten Särge als auch zur Einbettung des einbalsamierten Leichnams ist zunächst folgendes auszuführen: Nach erfolgter Einbalsamierung am 15. Juni 1886 (sie begann nach der Sektion um 13.15 Uhr und endete um 20 Uhr) im Marterzimmer der Münchner Residenz unter Leitung von Prof. Dr. Nikolaus Rüdinger wurde die Leiche des Königs in die schwarze Tracht des Großmeisters des hohen Hausordens vom heiligen Hubertus mit einem anliegenden schwarzen Samtgewand mit Jabot und gebauschten Spitzen-Manchetten, unterbreitet mit dem prächtigen Ordensmantel, gekleidet. Die linke Hand hält ausgesteckt ein Schwert, während die Rechte jenen kleinen, von der Kaiserin Elisabeth von Österreich (genannt: Sisi) in Feldafing selbst gepflückten und gesandten Strauß weißer Jasminblüten auf die Brust drückt; die Hände mit den feinen weißen, langen Fingern tragen keine Handschuhe.

Der Leichnam König Ludwigs II.
wurde in der alten Sankt-Georgs-Hofkapelle der Münchner Residenz aufgebahrt

Nach der Aufbahrung des Leichnams auf dem schräg gelagerten Paradebett (ein geöffneter Mahagonisarg) wurde dann der geschlossene Sarg in die Münchner Sankt Michaelskirche in der Neuhauser Straße für die Beisetzung am 19. Juni 1886 überführt.
Die Beisetzungs- und Einsegnungsfeierlichkeit fand dann unter großer Beteiligung in der Kirche statt.

Die Beisetzungsfeier in der St. Michaelskirche in München.
Im Bild rechts ist der Eingang zur Fürstengruft erkennbar

Im Anschluß an die Feierlichkeiten wurde der Mahagonisarg in die prachtvoll dekorierte Fürstengruft getragen.
In der Gruft stand im abgegrenzten Altarraum ein bereits geöffneter bräunlicher, vergoldeter Zinksarg zur Aufnahme des Mahagonisarges mit dem Leichnam Ludwigs II. bereit.
Erzbischof Antonius von Steichele nahm das feierliche Begräbnis vor. Nach Verrichtung der letzten Gebete in der Mitte des Altarraumes der Gruft wurde dann der Mahagonisarg in den Zinksarg eingelegt und dieser gemäß Protokoll vom 19. Juni 1886 am Kopf- und Fußende von Staatsminister Krafft Freiherr von Crailsheim doppelt versiegelt und mit zwei Schlössern verschlossen; später wurde dann der Zinksarg luftdicht verlötet.
Erst am 22. Oktober 1886, nach Vollendung der notwendigen baulichen Vorarbeiten in der Königsgruft, erfolgte dann die Umbettung des einbalsamierten Leichnams Ludwigs II. in den von Rößler geschaffenen Zinnsarg (Sarkophag).
In der Fürstengruft der im Jahre 1597 fertiggestellten und eingeweihten Sankt-Michaels-Hofkirche (später genannt: Sankt Michaelskirche) in der Neuhauser Straße in München fand Ludwig II. seine letzte Ruhestätte.
Ein Bombenangriff am 25. November 1944 zerstörte die Sankt Michaelskirche fast völlig. Die Trümmer überschütteten auch die Wittelsbacher Fürstengruft, so daß Teilflächen in der Gruft ebenfalls erheblich beschädigt wurden.
Nun, der Sarkophag Ludwigs II. war ja in seiner Geschichte recht unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt und hat, wie schon erwähnt, erhebliche Kriegsschäden erlitten; eine genaue Aussage über eine mögliche Entstehung oder Ursache eines bestimmten Schadens wäre n u r durch eine chemische Analyse des Materials aus der suspekten Stelle möglich bzw. aufschlußreich, wozu die Erlaubnis der Entnahme einer kleinen Probenmenge notwendig wäre. Eine nachträgliche Lötnaht könnte durch einen Vergleich des verwendeten Lötmaterials aus der fraglichen Schadstelle mit demjenigen aus Nähten nachgewiesen werden, die eindeutig aus der Herstellung stammen. Schädigungen von innen, ohne erkennbare Außeneinwirkung, wären eigentlich nur nach Fehlern bei der Bestattung überhaupt denkbar, eigentlich nur vorstellbar, wenn derartige Fälle von anderen Sarkophagen bekannt wären.
Äußerlich sichtbare Schadstellen können aufgrund der Geschichte unterschiedliche und auch recht plausible Ursachen haben. Dazu reicht zum Beispiel ein längerer Kontakt mit einem Eisenteil in feuchter Umgebung; sind nämlich zwei verschiedene Metalle über eine leitende wäßrige Lösung verbunden, bildet sich eine galvanisches Element (wie zum Beispiel in einer Batterie). Dadurch können starke Korrosionsschäden bis hin zu Löchern entstehen. Ohne Kenntnis der genauen Umstände läßt sich jedoch leider nichts aussagen.
Fotoaufnahmen helfen auch hier alleine überhaupt nicht weiter; ungünstige Lichtverhältnisse oder entstandene kleine Schlagschatten auf dem Foto lassen Schadstellen unter Umständen nicht erkennen, könnten umgekehrt sogar nicht vorhandene vortäuschen. Auch bei klar erkennbaren Schädigungen, die im Material liegen, gibt eine fotografische Wiedergabe nur oberflächlich Auskunft, nicht jedoch darüber, was darunter liegt.
Insofern sind Fotoaufnahmen zur Aufklärung eventuell stattgefundener Vorgänge am Sarkophag Ludwigs II. als Beweismittel völlig unzureichend.
Analysen zur Zusammensetzung einer bestimmten Masse, die nach Kriegsende, also erst nach 1944/1945, vermutlich für Reparaturen am Sarg verwendet wurde, sind von einem B i l d allein nicht möglich. Auch die Farbe einer Substanz (Masse bzw. Material für Reparaturen) kann nur Vermutungen zulassen, ein Foto erlaubt jedoch noch nicht einmal eine zuverlässige Aussage über den Feuchtigkeitsgehalt; lediglich entstandene Rißbildungen an der reparierten Stelle des Sarges können auf Austrocknung einer verwendeten Masse rückschließen lassen, mehr nicht.

Auf folgendes möchte ich besonders aufmerksam machen: Die nach Kriegsende vermutlich durchgeführte Reparatur zur Beseitigung undichter Stellen am Unterboden des Sarkophags läßt nach neuesten Recherchen durchaus heute den Schluß zu, daß es sich dabei um Korrosionsschäden gehandelt hat, also Löcherbildung. Die Ursache dieser Schäden ist wahrscheinlich auf das Leichenwasser zurückzuführen; der Mensch besteht ja zu rund 2/3 aus Wasser – und so müssen etwa 50 Liter Wasser irgendwo verbleiben. Und dieses Wasser ist alles andere als rein zu bezeichnen, es enthält Stoffwechsel- und Fäulnisprodukte, die somit nach vielen Jahren eine Korrosion begünstigen können. Wenn ein unedles Metall mit (möglicherweise saurer) wäßriger Lösung zusammen kommt, sind die Voraussetzungen für eine Korrosion nach Durchsickern des Leichenwassers immer gegeben. Für die Untersuchung der unterschiedlichen Zusammensetzung des Leichenwassers wäre ein Pathologe zuständig. (Mehr dazu im Buch: „Herrlichkeit und Tragik eines Märchenkönigs“).

Im Jahre 1952 , nachdem die neuen Bodenplatten gelegt wurden, ließ Kronprinz Rupprecht von Bayern in der Fürstengruft auch wieder alles andere instandsetzen; den Wittelsbacher Hausarchivar Hans Rall beauftragte er, mit ihm die Aufstellung und Anordnung der Särge neu durchzuführen. Gegenüber dem Altar in der Gruft liegt König Ludwig II., der heute volkstümlichste und bekannteste Wittelsbacher; ihm allein verdankt Bayern sein Ansehen in der Welt.

Nun, an dieser Stelle möchte ich ausdrücklich klarstellen: Der Sarkophag König Ludwigs II. von Bayern ist n i c h t   l e e r ! Dies ergaben meine neuesten Recherchen.
Sensationsgeschichten, wie beispielsweise: der König würde ja überhaupt nicht im Sarkophag liegen ... – sind schlichtweg unseriös bzw. frei erfunden.

Die eindeutige und absolut sichere Bestätigung dafür, daß sich Ludwig II. tatsächlich im Sarkophag befindet, liegt mir seit dem Jahr 2004 – nach langer, mühevoller Forschungsarbeit – vor. Unter anderem berichtet ein Architekt ausführlich, daß er den Leichnam Ludwigs II. im Sarkophag gesehen hat; in allen Einzelheiten schildert er seine Eindrücke – und vor allem: er berichtet genau, was er gesehen hat. In meinem neuesten Buch: „Herrlichkeit und Tragik eines Märchenkönigs“ ist der vollständige Bericht des Architekten und vieles mehr nachzulesen. Dazu wünsche ich schon jetzt spannende Unterhaltung.


Die ganze Wahrheit über den gewaltsamen Tod König Ludwigs II. von Bayern erfahren Sie in dem neuen Buch von Peter Glowasz: »Herrlichkeit und Tragik eines Märchenkönigs« • ISBN 3–925621–16–4 • 3. überarbeitete und erweiterte Auflage • 364 Seiten • 61 Abbildungen • 24,80 €. Überall im deutschsprachigen Buch- und Medienhandel oder auch direkt beim Verlag erhältlich: Telefon/Telefax: 030–824 27 80 • E-Mail: peter_glowasz_verlag@yahoo.de

Die spannende Buch-Neuerscheinung mit den neuesten Erkenntnissen
und Indizienbeweisen zum tragischen Tod des Märchenkönigs

Allgäuer Zeitung
Nr. 287, Allgäu-Kultur vom 10. Dezember 2004

Buchbesprechung:

»...Für Peter Glowasz ist klar: Ludwig II. wurde ermordet...In jahrelanger Recherchearbeit, in akribischer Suche nach Informationsquellen und Überlieferungen, entstand das vorliegende Werk...Durch eine große Menge von mythischen Geschichten hat er sich gearbeitet, deckt wissenschaftliche und medizinische Unterlagen auf und verfolgt konsequent die Pfade der letzten Tage und Stunden des Schwanenritters...Peter Glowasz bietet mit seinem spannenden und ausführlichen Werk einen stabilen Leitfaden für jeden interessierten Forscher...«


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