„Es ist notwendig, sich solche Paradiese zu schaffen, solche poetischen Zufluchtsorte, wo man auf einige Zeit die schauderhafte Zeit, in der wir leben, vergessen kann“
(Ludwig II.)
FRIEDENSKÖNIG  LUDWIG  UND  SEINE  POETISCHEN  PARADIESE


Verse: Erika Brunner / Texte: Peter Glowasz / Zeichnungen: Michael Glowasz

Vierter Teil:
SCHLOSS HERRENCHIEMSEE

Nur Sehnende kennen den Sinn!
(Siegfried Waldvogel)
Im Schloss
Dann ist dies mehr als hohler Prunk,
mehr als Kulisse wunderlichen Spiels:

Wenn greller Tag, entzaubernd alle Dinge,
dem Dämmern weicht, das laute Farben dämpft,
wenn diese Säle endlich leer geworden,
dann ist die Stunde da, die Ahnung schenkt.

Da ist die große Stille – aus Gemächern,
die fern schon dunkeln, hörst du noch die Uhr,
den Lauf der Zeit in leis gleichmäß’gem Schlag,
und sonst hörst du dann nur den Estrich tönen
vom eignen Schritt. Da wird die Fülle Leere
und Leere Fülle. Und da ist ein Warten,
du spürst es bald, und ganz hüllt es dich ein:
sie warten all, die Bilder, Lüster, Pfauen,
die unverstandenen Zeichen einer Hohheit –
harren sie der Vollendung, die nie ward?
Harren sie dessen, der nie wiederkehrt,
damit er ihrem Dasein Sinn verleihe? –

Und sie, stets ausgesetzt dem fremden Geist,
die ganz Verlassenen, die sich verschließen:
wenn du dich nahst mit scheu ehrfürcht’ gem Schritt,
erwachen sie vielleicht zu spätem Leben,
und sprechen einmal noch zu dir, der Seele,
die willig, sie zu hören – sind noch einmal,
wozu ein großer Wille sie bestimmt:
die Zeichen, die verkünden Majestät.

Der Schloßverwalter sprach zu der lauschenden Dienerschaft: »Morgen ist der 7. September. Morgen besucht der König sein Schloß Herrenchiemsee. Er wird sich bis zum 16. September hier aufhalten. Ihr wißt, was das bedeutet, daß mir jeder seine Pflicht tut! Punkt Mitternacht werden die Kerzen entzündet, daß Seiner Majestät der Gruß des Lichtes schon draußen auf dem See entboten wird!«
Und was er sagte, geschah – zur mitternächtigen Stunde erstrahlte das Schloß im Glanz von viereinhalbtausend Kerzen und kündigte draußen den Bewohnern am See: Der König kommt, der Märchenkönig ist da!
Als Ludwig II. sich dem Ufer des Eilands näherte und den Glanz der hellerleuchteten Fenster in der Riesenfront seines Schlosses sah, da faßte ihn das Hochgefühl eines Souveräns, dem alles möglich und erreichbar schien. Wie hatte er doch mit allen Mitteln den Bau seines Inselschlosses 1 vorangetrieben, die Architekten Dollmann und später Hofmann zu höchster Eile angespornt? Dreihundert Arbeiter waren schichtweise Tag und Nacht tätig; er gönnte ihnen keine Ruhe. Der sehr sumpfige Boden wurde gefestigt, daß er den riesigen Bau zu tragen vermochte.
Und dann hob es sich aus der Tiefe, das Schloß2 seiner Träume, die Apotheose Ludwigs IV. und Seiner selbst, die eines gottbegnadeten Herrschers allein würdige Ausdrucksform königlichen Lebensstils. Noch war es ein Torso, der Bau der beiden Seitenflügel waren kaum begonnen. Es war noch eine unvollendete Symphonie des Prunkes.

Ludwig II. steigt ans Land. Dann umfaßt sein Blick die ganze Herrlichkeit der in Licht getauchten 103 Meter langen Fassade. An Vasen, Skulpturen, rauschenden Wassern, die als Fontänen in marmorne Becken stürzen, an Götterbildern und Nymphen vorbei schreitet er die granitnen Treppen des ausgedehnten Vorplatzes hinauf. Erdgeschoß und erste Etage des Prunkbaues sind eine Perlenkette von Licht.
Im Vestibül grüßt ihn der Pfau, farbenbuntes Sinnbild der Pracht. Das Treppenhaus mit der Prunktreppe – 35 Meter lang, 13 Meter breit – ist ein vielverheißender Auftakt, eine rauschende Ouvertüre in Formen, Farben und Gemälden.
Im Saal der Leibwachen3 verweilt der König vor den Feldherren des Sonnenkönigs, die auf seinen Ruhm bedacht waren.

Das Erste und Zweite Vorzimmer sind wie eine Stufenleiter, die aus dem Staunen in die Ehrfurcht und Bewunderung heben soll – ist doch der Tabernakel des Gottesgnadentums nahe, das königliche Schlafgemach: Parade-Schlafzimmer. Das Zimmer diente weniger der Bettruhe als vielmehr dem großen Protokoll; es war somit protokollarischer Mittelpunkt des Schlosses, war sozusagen eine Institution. Das Prunkbett 4 lädt den König zum Verweilen ein. Hier in diesem Zimmer bemühte sich eine berühmte Stickerin mit zwanzig Gehilfinnen volle sieben Jahre lang um diese prächtige Schöpfung. Aber mit allem Gold dieses Raumes und mit aller Schönheit der Formen läßt sich eine dürstende Seele nicht füllen, auch die deine nicht, einsamer König!
Das Beratungszimmer mit bourbonischen Lilien als Muster im Fußboden ist eine Augenweide. Der König ist müde; ihn drängt es noch in den Spiegelsaal5 , das an Größe und Wirkung bis ins Unvorstellbare gesteigerte Wunderwerk Herrenchiemsees. 77 Meter lang und 10 Meter breit ist König Ludwigs Galerie, mit den Sälen des Krieges und Friedens umfaßt sie die ganze Länge der Vorderfront von über 100 Metern. 17 Fenster geben in herrlicher Perspektive den Blick frei auf den Chiemsee. An der gegenüber- liegenden Wand sind 17 Spiegel, die das Licht der 1848 Kerzen an 33 Lüstern und 44 Kandelabern sinnverwirrend zurückstrahlen. Der ganze Saal ist ein einziger funkelnder Blitz. Man muß sich auf eines der langgestreckten blauseidenen Tabouretts niedersetzen, um das Monumentale dieses Raumes auf sich wirken zu lassen.
Langsam schreitet der einsame König durch den Saal – und genießt die überaus faszinierende Pracht.


Da erdämmerte mild erhabner Macht
im Busen mir die Nacht.
Mein Tag war da vollbracht!

(Tristan)

Spiegelgalerie
Kristallene Lüster glühn in sanftem Schimmer,
In hohen Spiegeln fängt sich Kerzenglanz.
Horch! Leis verwehte Klänge – matter Flimmer –
Schwebt nicht ein schönes Schattenspiel im Tanz?

Von bunten Träumen, die Gestalt genommen
füllt dichter sich und dichter noch der Saal,
aus goldnen Rahmen sind sie leis gekommen,
sie neigen sich in lichter Spiegel Strahl.

Des Sonnenkönigs Herrn und schöne Damen,
sie schweben hier, beschworen und belebt,
sie gleiten da und dort ... berühmte Namen ...
von ihrem Schritt leis das Kristall erbebt.

Zart weht der Duft weißer Orangenblüten,
die dort der Kavalier der Dame reicht –
die Schemen blassen, die so kurz erglühten,
der Morgen naht, der Zauberbann entweicht,
und es verwehn die Schatten aus dem Träume,
die schwebend süßen Klänge sind verhallt –
die Wände spiegeln in dem hohen Raume
nur eine dunkle, einsame Gestalt.

Nun steigt Ludwig II. die Treppen hinab, um sich im Badezimmer zu erfrischen und neu zu beleben. Ein kreisrundes, eisernes, mit Marmor verkleidetes Schwimmbasin füllt sich mit lauwarmen Wasser. Ein Kronleuchter aus venezianischem Glas tränkt das Zimmer mit Licht. Venus, die schaumgeborene Göttin der Liebe, schaut aus den Bildern geheimnisvoll auf ihn.
Und nun nach dem Bade schreitet der König ins Speisezimmer6 . Es ist in Purpur und Gold gehalten und birgt in der Mitte den versenkbaren Tisch. Der König gibt das gewohnte Zeichen, der Tisch verschwindet in der Tiefe, um mit Speisen aller Art in leuchtendem Porzellan nach einer Weile geräuschlos wieder hochzuschweben. Die 108 Kerzen des Kronleuchters umkleiden Besteck, Vasen und Uhr mit leuchtendem Schein. Der König wählt genießerisch aus und ißt lange, langsam und bedächtig. – Dann erhebt er sich und geht gravitätisch durch die Privatgemächer.
Und aufs neue beginnt die Wanderung des ruhelosen Königs durch die Säle, durch sein Poetisches Paradies; es ist für ihn ein Gang durch das Zauberreich seiner Phantasie.

Ein Mundkoch erinnert sich an König Ludwig
Theodor Hierneis erzählt:

»Am 28. September 1885 muß ich im Extrazug mit dem König nach Schloß Chiemsee fahren (...). Es ist eine regnerische und stürmische Nacht, das kleine Schiff wird von den Wellen hin- und hergeworfen, daß man meint, es müsse kentern, so daß ich froh bin, das Ziel glücklich erreicht zu haben. Der König ist bereits an der Haltestelle Endorf ausgestiegen, er will keine Neugierigen sehen. Schloß Chiemsee ist das ist das Schmerzenskind seiner Schlösser! Es ist aber auch die gewaltigste, prunkvollste, alle Erwartungen übertreffende seiner Schöpfungen. Schon die Riesenmaße des nie fertig werdenden Schlosses sind imponierend für jeden Beschauer (...). Das Diner fand jedesmal im Neuen Schloß statt. In seinem Prunkbett hat er aber nur ein einziges Mal gelegen. Ob er Ruhe gefunden hat? Als ich das erstemal Herrenchiemsee sehen darf, bin ich überwältigt von den gewaltigen Dimensionen, von den großartigen Wasserkünsten, dem herrlichen Treppenhaus, der prunkvollen großen Spiegelgalerie, die, von Tausenden von Wachskerzen erhellt, wie ein Märchengebilde funkelt (...).«

Nun, ein Diner für den König, gemäß einer Königlichen Speisekarte, sah beispielsweise so aus:


Abendlich glühend in himmlischer Pracht
Verschied der Tag

(Meistersinger)

Abend auf der Insel
Und in der Ferne zwischen dunklen Bäumen
da wird das Stück des Sees zum roten Gold,
und in dem endlich menschenleeren Park
verdämmern die verwitterten Figuren.
Wie Goldgespinst zart schwebt der Abendstern
im sanften Blau hoch überm Königsschlosse,
herbstlicher Dunst weht zwischen alten Bäumen.

Jetzt, König, naht sich wieder deine Stunde,
und Schloß und Gärten, sie sind wieder dein.
Der alte Zauber hebt von neuem an,
und alles ist dem Ursprung nah wie einst.
In dunklen Büschen schlafen Pfau und Hirsche,
und im Boskett verglühen sacht die Rosen.
Lautlose Stille – sanfter Wind vom See,
die Gärten rings versinken in den Traum.

Nun ist dies alles wieder unberührt,
ein Eiland, wie aus Träumen aufgestiegen,
fremd und vertraut, und seltsam und auch hold,
und das Geschenk der Stunde heißt: Entrückung.

Dann wird zur Flamme das Gespinst des Sterns,
das nächt’ge Schwarz durchbrechen Sternmillionen.
Die Silberlichter segnen leis den Zug
der schweigenden Gebirge fern im Süden.

Latona und die Frösche im Französischen Garten
Das heute hufeisenförmige Schloß mit seiner Öffnung nach Osten sollte von einem Park umgeben sein. Von den zwei Achsen, die Carl von Effner geplant hatte, ist jedoch nur eine, die Ost-West-Achse, ausgeführt worden: als doppelte Lindenallee im Osten und als Parterre vor der 103 Meter langen Westfassade, also vor dem Spiegelsaal.
Zwei Bassins liegen vor dem Schloß: Ihnen hat man später das Wasser abgedreht und eine Wiese darin angelegt; ein weiteres Parterre war etwas tiefer gelegt worden, und zu ihm gehört der Latonabrunnen: Die griechische Göttin Latona hat Bauern, die sie verspotteten, in Frösche verwandelt – und hier hocken sie nun auf der Insel Herrenchiemsee rings um die Latona und spucken (seit 1972 wieder) in weitem Bogen Wasser. – Effners Torso eines geometrisch-strengen französischen Gartens ist umgeben von einem großzügigen Landschaftspark mit herrlichen alten Bäumen.

König Ludwigs Schloß Herrenchiemsee als auch seine weiteren zwei Schlösser sind, wie er sie selbst nannte: Poetische Paradiese, Zeichen kreativer Träume. Jedes Schloß ist totale Hingabe an die Realisierung eines Traums. Der Gebrauchswert seiner Schlösser stand für den König nie zur Debatte. Sie sind Kunstwerke, symbolische Verdichtung einer geschichtlichen Epoche in ihrer äußersten ästhetischen Steigerung.
Und so ist Schloß Herrenchiemsee die gebaute Huldigung an den Sonnenkönig von Frankreich, k e i n e I m i t a t i o n seines Schlosses, wie man immer denkt; vielmehr ist es eine ur-romantische Neuschöpfung aus dem Geist der Vergangenheit. Es ist ein neues und zugleich altursprüngliches Versailles, und k e i n e K o p i e des heutigen Versailles bei Paris, das die Spuren der späten Bourbonen und Napoleoniden trägt. Ludwig II. erbaute ein vorrevolutionäres Versailles. Das weder Plünderung noch Auktion seiner Schätze erlebt hat. Die oft verwendeten Begriffe »echt« und »unecht« sind nun gänzlich sinnlos und dilletantisch.
Schloß Herrenchiemsee und die übrigen Schlösser täuschen nicht vor, etwas anderes zu sein, als was sie sind: die majestätische Huldigung für die Träger großer Geschichtsepochen, die Antwort des 19. Jahrhunderts auf Mittelalter, Barock und Rokoko – so, wie zu Beginn des Tristanvorspiels ein Akkord aus der Ferne dem anderen antwortet.
Und so sind die drei Schlösser steingewordene Träume, Ludwigs Träume und die Träume vergangener Zeiten.
Diese weltberühmten Bauwerke zählen heute zu den abenteuerlichsten Leistungen in der europäischen Architekturgeschichte seit der Französischen Revolution.

Das Land Bayern kann stolz auf diesen König und seine Bauwerke sein! –

König Ludwigs spezifische Eigenschaft war stets seine Sensibilität. Zeit seines Lebens wurde er verletzt. Er suchte die Wahrheitsliebe und fand nie einen wirklichen, echten Freund; er fand nur Lügner oder kalte Rechner. Ludwig II. war ein Friedensfürst – und wurde permanent verraten.

Ja – und dann kam der Tod des Königs am 13. Juni 1886 am Starnberger See. Ein Jahrhundertverbrechen, das noch aufzuklären ist!


Hoch über aller Welt ist Gott,
und sein Erbarmen ist kein Spott!

(Die Pilger in »Tannhäuser«)

Kreuz im See
Abendlicht über den Wassern –
Wind beugt das Rohr,
Wetterleuchten im fernen Land –
Aus der Tiefe steigt es empor.

Aus dem Grund, aus dem Dunkel ragt es,
aus den bitteren Wassern das Zeichen.
Vor gleißendem Himmel und schwankender Flut
fest steht das Bild ohnegleichen.

O Kreuz im Dämmerlicht,
du kündest uns den Einen,
der über die Fluten schritt
und rief die Seinen.

Was uns hinabzieht zum Grund,
gewann über Ihn nicht Macht,
Er sühnte alle Schuld,
am Kreuz ward es vollbracht.

Stätte des Todes im fahlen Blitz –
– Sturm peitscht das Rohr –
Doch aus den Fluten steigt
das Kreuz empor.


Herrenchiemsee, eigentlich Herrenwörth, heißt die größte der drei Inseln im Chiemsee. Aus uralt-geistlichem Besitz ging das Eiland nach der Säkularisation von 1803 in Privateigentum über; eine rücksichtslose Holzaktion, der viele alte Bäume zum Opfer fielen, erregte öffentliches Ärgernis und dadurch des Königs Aufmerksamkeit. 1873 kaufte er Herrenchiemsee, auf dem bereits das Alte Schloß, ein ehemaliges Kloster stand.
Bevor es mit dem Bau ernst wurde, erfolgte ein Vorspiel: Ludwig II. war bei seiner Reise, die er 1867 nach Frankreich unternommen hatte, auch von Versailles beeindruckt worden. Sein erstes bayerisches Projekt mit dem französischen Titel »Versailles« – das allerdings nur einen kleinen Trakt à la Versailles umfaßte – entstand 1868/69 für Linderhof unter dem Code »Meicost Ettal«; in diesen beiden Jahren erarbeitete Georg von Dollmann insgesamt sieben Entwürfe.
1873 ließ sich Ludwig II., nun Bauherr auf Herrenchiemsee, von Christian Jank die große Spiegelgalerie und das Paradezimmer in Bühnenbildern anschaulich machen. Im folgenden Jahr reiste der König abermals nach Frankreich; dabei besichtigte er auch Schloß Versailles. Dollmann entwarf dann immer weiter – und immer größer; aus dem Einzel-Trakt wurde eine Dreiflügelanlage – bis schließlich das Ausmaß von Versailles erreicht, ja teilweise übertroffen war.
Am 21. Mai 1878 wurde der Grundstein zum Neuen Schloß auf Herrenchiemsee gelegt. Die Bauleitung lag, wie schon in Linderhof, bei dem bewährten Georg von Dollmann. Und so entstand eine ur-romantische Neuschöpfung aus dem Geist der Vergangenheit.
Es handelt sich hierbei um den »Hartschiersaal«, so genannt nach des Königs Leibwache, den hellebardentragendenden Hartschieren.
Das Prunkbett wurde von Franz von Seitz 1879 sowie von Julius Hofmann 1883 entworfen und von Philipp Perron ausgeführt. Das »Parade-Schlafzimmer« war bei Ludwigs erstem Besuch, der 1881 stattfand, fertig – im Gegensatz zu vielen anderen Räumen.
Bereits 1873 hatte Christian Jank für Ludwig II. auf der Bühne des Hoftheaters in München eine Spie- gelgalerie aufgebaut. Doch das war dem König nicht gut genug: Und so bedachte er das Bühnenbild mit herber Kritik und schickte 1875 Georg von Dollmann mit Schwoiser nach Versailles zum Studium der großen Schloß-Galerie. Der Herrenchiemseer Spiegelsaal wurde dann 1879-81 nach Dollmanns Plänen unter seiner Leitung gebaut und geriet sogar ein wenig länger und viel prunkvoller als die »Galerie des Glaces« in Versailles; die Ausstattung wurde 1885 vollendet.
Das ovale Speisezimmer erinnert an den ovalen Salon im Hotel Rohan-Soubise in Paris. Wie schon in Schloß Linderhof ließ sich Ludwig II. auch hier in Herrenchiemsee einen Lifttisch installieren, der ihm sein Diner ohne Diener bescherte.
Das Rezept von König Ludwigs Lieblingskuchen: 200 g Butter oder Margarine werden mit 4 Eßlöffeln Zucker und 4 Eßlöffeln Weißwein schaumig gerührt, dann 250 g Mehl beigefügt.
Der Teig muß sehr kalt gestellt werden. Unterdessen 750 g Äpfel schälen in kleine Stücke schneiden und mit etwas Zitronensaft, 1 Eßlöffel Weißwein und Zucker nach Geschmack weich kochen, aber nicht musig werden lassen. Die Hälfte des Teiges als Boden in eine gefettete und gebröselte Kuchenform einfüllen, darauf die Äpfel füllen, den Restteig für den Rand und ein Gitter verarbeiten. Goldgelb backen bei 4-5 im Gasherd.

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Herrlichkeit und Tragik
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Herrlichkeit und Tragik
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Peter Glowasz
liest und rezitiert
aus seinem neuen Buch
am Samstag, 20. März 2004
im großen Saal des Gasthauses
Pichlmeier in 85408 Gammelsdorf
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Telefon: 08766 – 259 oder 08766 – 939866


Copyright@ Februar 2004 by Peter Glowasz Verlag, Berlin

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