KARL  HESSELSCHWERDT
Karl Hesselschwerdt
Der als Sohn eines Hofpostillons am 6. Februar 1840 geborene Karl Hesselschwerdt trat bereits im Alter von 16 Jahren bei Prinz Adalbert als Eleve in den Marstalldienst ein, wo er bald darauf Postillon und Vorreiter wurde. Kurz nach dem Regierungsantritt Ludwigs II. wurde Hesselschwerdt am 1. Oktober 1864 als Postillon zum königlichen Hofmarstall-Stab berufen und mit einem Monatsgehalt von 26 Gulden entlohnt.
In den darauffolgenden Jahren begleitete er den König häufig in der Position eines Marstall-Offizianten und wurde, als Stallmeister Hornig 1885 in Ungnade fiel, dessen Nachfolger. Insbesondere in den Monaten vor der „Königskatastrophe“ genoss Hesselschwerdt das uneingeschränkte Vertrauen seines Königs und wurde mit derlei Geldbeschaffungsaufträgen zur Finanzierung der Schlösser belehnt. Als Kutscher Osterholzer dem König am 11. Juni 1886 empfiehlt, zu fliehen, antwortet derselbe: „Fliehen? Weshalb? Wenn eine wirkliche Gefahr vorhanden wäre, würde mir Karl schon geschrieben haben.“ Er ahnte nicht, dass Hesselschwerdt einer der Hauptbelastungszeugen war, aufgrund dessen Aussagen Dr. von Gudden das Gutachten über den Gesundheitszustand Ludwigs II. erstellte. Am 16. April 1887 wurde Hesselschwerdt aufgrund seiner Verdienste von Prinzregent Luitpold zum kgl. Bereiter befördert. Nach einem langen schweren Leiden verstarb der ehemalige Günstling des Königs am 21. Januar des Jahres 1902 und wurde im alten nördlichen Friedhof zu München beigesetzt.

 

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