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KÖNIG LUDWIG II. UND DAS JUDENTUM
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Rabbiner Dr. Isaak Löwi
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Der Antisemitismus, der mitunter zum 2. Weltkrieg führte, kam nicht etwa erst unter der Herrschaft Adolf Hitlers zu Tage,
sondern entstand bereits in der Antike. Der Begriff Antisemitismus wurde sogar in der Regierungsphase König Ludwigs II.
von dem deutschen Journalisten Wilhelm Marr geprägt. In seiner Schrift „Der Sieg des Judentums über das Germanentum“
aus dem Jahre 1879 macht er klare rassistische Aussagen: „... es kann hier nicht darum gehen, religiöse Vorurteile
herauszustellen, wenn es in Wirklichkeit um die Rasse geht und der Unterschied im „Blut“ liegt.“
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Auch Ludwig II. wurde mit der Abneigung weiter Schichten der Bevölkerung und höchster Kreise gegen das Judentum
konfrontiert, war jedoch gewillt, in die Fußstapfen seines früh verstorbenen Vaters
König Max II.
zu treten, der
die Emanzipation der Juden gefördert hatte. Mit der Gründung des Kaiserreiches 1871 war der Prozess der
Judenemanzipation in Deutschland bereits abgeschlossen. Fortan galt eine Diskriminierung der Juden in Bezug auf
deren Religion als Straftat, was jedoch die rassistische Feindseligkeit nicht minderte. In verschiedenen europäischen
Ländern wie Österreich und Frankreich entstanden antisemitische politische Parteien, die sich gegen die rechtliche
Gleichstellung der Juden in der Gesellschaft richteten.
Ludwigs Standpunkt behufs der Judenverfolgung läßt sich klar in seinem Brief vom 11. Oktober 1881 an den
Tonkomponisten
Richard Wagner
erkennen: „... Daß Sie, geliebter Freund, keinen Unterschied zwischen Christen und
Juden bei der Aufführung Ihres großen heiligen Werkes machen, ist sehr gut; nichts ist widerlicher, unerquicklicher,
als solche Streitigkeiten; die Menschen sind ja im Grunde doch alle Brüder, trotz der confessionellen Unterschiede
...“ Wagner, der seine Schrift „Das Judenthum in der Musik“ bereits vor Jahren veröffentlicht hatte und immer wieder
antisemitische Aussagen verlaubaren ließ, antwortete dem König in einem Brief vom 22. November 1881: „... das
gewogene Urtheil meines erhabenen Freundes über die Juden kann ich mir doch nur daraus erklären, daß diese Leute nie
Seine königliche Sphäre streifen: sie bleiben dann ein Begriff, während sie für uns eine Erfahrung sind. Der ich mit
mehreren dieser Leute freundlich mitleidvoll und theilnehmend verkehre, konnte dieß doch nur auf die Erklärung hin
ermöglichen, daß ich die jüdische Race für den geborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen in ihr halte:
daß namentlich wir Deutschen an ihnen zu Grunde gehen werden, ist gewiß, und vielleicht bin ich der letzte
Deutsche, der sich gegen den bereits alles beherrschenden Judaismus als künstlerischer Mensch aufrecht zu erhalten
wußte.“
Anläßlich der Frankenreise im Jahre 1866 stattete Ludwig II. der Stadt
Fürth
am 4. Dezember einen Besuch ab, wo
er sich die Hauptsynagoge von dem 65jährigen und nicht unumstrittenen Rabbiner Dr. Isaak Löwi zeigen ließ. An der
Stelle, wo König Ludwig II. angeblich zwei Mädchen nach dem rechten Weg gefragt hatte, ließ der Sohn eines der Damen (der
späteren Bankiersfrau Amalie Nathan), in Erinnerung an die Begegnung, im Jahre 1908 einen Brunnen errichten. Da der
Stifter als auch seine Mutter jüdischer Herkunft waren, wurde das Relief des Brunnens 1938 entfernt – übrig bieb nur
das Becken.
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