LANDSHUT
Burg Trausnitz in Landshut
Kurz vor seinem 24. Geburtstag, am Abend des 21. August 1869, stattete Ludwig II., in Begleitung des Generaladjutanten von der Tann und des Flügeladjutanten von Sauer, der niederbayerischen Stadt Landshut einen überraschenden Besuch ab. In den Birkenfeld-Zimmern der Stadtresidenz, einem im Stil italienischer Renaissance errichteter Bau, wohnte der König während seines 24-stündigen Aufenthalts.
Bereits zwei Stunden nach seiner Ankunft nahm Seine Majestät die über der Stadt thronende Burg Trausnitz unter Augenschein und verweilte dort einige Zeit, bevor er sich wieder ins Tal begab, um der Serenade vor der „Neuen Residenz“ beizuwohnen. Das Programm für den anschließenden Sonntag beinhaltete sowohl eine morgendliche Messe in der Residenzkapelle, einen Rundgang durch die Stadt, bei welchem dem König, in „einfachen schwarzen Civilanzug“ gekleidet, eine beachtliche Menschenmenge folgte, Empfang des Bürgermeisters Dr. Gehring, als auch ein Diner in den unteren Räumen der Trausnitz. Von 1870 bis 1878 wurde auf Allerhöchsten Wunsch hin im zweiten Obergeschoss des Fürstenbaus der Burg seiner Ahnen ein Königsappartement mit elf Gemächern im altdeutschen Stil eingerichtet. Ebenso veranlasste der König die Restaurierung der Georgskapelle und stiftete ein Holzrelief, das ihn kniend neben der Gottesmutter zeigt. Bei einem durch eine Unvorsichtigkeit entstandenen Brand im Jahre 1961 fielen die Königsräume samt Mobiliar den Flammen zum Opfer.

 

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