In der Regierungszeit seines Neffen Ludwig II. vertrat Luitpold den Monarchen desöfteren bei öffentlichen
Anlässen und nahm auch im Hauptquartier Wilhelms I. am Krieg gegen Frankreich 1870/71 teil. Nach der
Entmündigung des Königs, welcher der „Prinzrebell“ – wie Ludwig II. ihn bezeichnete – zugestimmt hatte,
fungierte er als gesetzlicher Vertreter des ebenfalls regierungsunfähigen
Königs Otto I. und leitete als
Reichsverweser die Regierungsgeschäfte. Durch seine Geradlienigkeit in politischen Angelegenheiten und sein
bürgernahes Auftreten gewann er rasch die Achtung des Volkes, das ihm anfänglich mißtrauisch und voller Argwohn
gegenüberstand. Im Laufe seiner Amtszeit entstanden in München u.a. das Prinzregententheater, das Deutsche Museum,
das Müller´sche Volksbad sowie die Prinzregentenstrasse mit dem Bayerischen Nationalmuseum. Ebenso förderte er
zahlreiche Maler, Bildhauer, Literatur und Musik. Am 12. Dezember 1912 verstarb der inzwischen vom Volk geliebte
Luitpold in München und wurde in der Theatinerkirche beigesetzt. Sein Amt gab er an seinen erstgeborenen Sohn,
den nachmaligen König Ludwig III., weiter.