Im November 1867 gab der König seinem Kabinettsekretär folgende Anweisung: „
Ich wünsche, daß Sie in meinem
Namen Frl. Mallinger das Clavier, welches ich einst der Herzogin Sophie schenkte, zustellen lassen...“ Nach
der Münchner Uraufführung der „Meistersinger von Nürnberg“ am 21. Juni 1868, in der Mathilde Mallinger die
Partie der Eva sang, gab der König den Auftrag, Photographien als auch eine Portraitbüste der mit unglaublichem
Liebreiz gesegneten Sängerin anzufertigen. Auf Wunsch des Königs wurde am 3. Januar 1869 „Armide“ wiederaufgeführt,
wo Mathilde Mallinger ebenfalls die Titelrolle sang. Zwischen 1869 und 1882 war sie als Sängerin am kgl. Opernhaus
in Berlin beschäftigt, wo sie mit ihrer Rivalin Pauline Lucca um die Gunst des Publikums rang. In späteren
Jahren unterrichtete Mathilde junge Sängerinnen, unter denen sich auch Lotte Lehmann befand. Ihr persönliches
Glück fand die Sopranistin in der Ehe mit Otto Schimmelfennig von der Oye, dem sie 1878 die Tochter Marie schenkte.
Am 19. April 1920 starb Mathilde Mallinger, die von
Richard Wagner einst als „wahrhaft gutes, unverdorbenes, durch
und durch talentvolles Mädchen“ bezeichnet wurde, in Berlin.