FRANZ  NACHBAUR
Franz Nachbaur, Opernsänger
Franz Ignaz Nachbaur, der seine Herkunft und sein Alter zu verschleiern wußte, wurde vermutlich als Sohn eines einfachen Zimmermanns im württembergischen Weiler Gießen bei Tettnang am 25. März 1830 geboren. Nach dem Studium am Polytechnikum in Stuttgart – er wollte Ingenieur werden – fand er 1856 in Basel die von ihm gewünschte Anstellung als Chorist, bevor er, nach zwei Jahren in Mailand, Mitglied des Meininger Hoftheaters wurde.
(Infos / Hinweise sind Urenkel Bernd Nachbaur zu verdanken.)
Nach Gastspielen in Köln, Hannover und Prag – wo er seine Frau Albine kennenlernte – übernahm er 1868 die Rolle des Walther Stolzing in der Münchener Uraufführung der Meistersinger. Fortan gehörte Nachbaur zu den Lieblingen des Publikums wie des Königs. Die glänzende Erscheinung und der Tenorklang seiner Stimme verzauberten Ludwig II., wie in einem Brief vom 25. März 1872 an seinen „besten Freund“ Nachbaur, der eine Vorliebe für Edelsteine hatte und stets mehrere wertvolle Ringe an den Fingern trug, zu lesen ist: „Die von Ihnen so wundervoll gesungenen Melodien umschweben mich ständig, lassen mich die oft rauhe Wirklichkeit des Lebens vergessen und heben mich in eine selige wonnevolle Welt des Traumes...“ Des Königs Gunstbezeigungen zeigten sich auch in zahllosen Geschenken; darunter eine Lohengrin-Rüstung von massivem Silber. Mit 662 verschiedenen Rollen in 1001 Aufführungen nahm Nachbaur am 13. Oktober 1890 als Postillon von Lonjumeau seinen Abschied von der Bühne, sang jedoch noch über 10 Jahre auf musikalischen Gesellschaften, bis er einige Tage nach einem Schlaganfall im März 1902 sanft entschlief.

 

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