Tags darauf besuchte er die Aufführung der „Afrikanerin“ im Theater und am 2.Dezember fand ein Bürgerball
in der Turnhalle statt, zu welchem der König „trotz starker Heiserkeit“ zur Begeisterung aller erschien.
Wie an allen anderen Stationen der Frankenreise war auch in Nürnberg ein reichhaltiges Programm vorgesehen,
wie Besuch der Kirchen, Truppen- und Firmenbesichtigungen, Audienzen etc. Über die Nürnberger Einwohner
schrieb Ludwig II. an
Richard Wagner: „
In keiner Stadt fühle ich mich so heimisch wie hier.
Die Bevölkerung ist intelligent und durchaus edel, unterscheidet sich darin so vorteilhaft von dem Münchner
Plebs!“ Im Verkehrsmuseum der Stadt sind heute sowohl die Wagen des kgl. Salonzuges als auch die 1868
geplanten Briefmarken mit der Büste Ludwigs II. zu besichtigen. Die Räume in der Kaiserburg, die S.M. damals
benützte, sind zwar noch erhalten, jedoch fehlt das Inventar, das einst von der Bürgerschaft und der
Geschäftswelt gestiftet wurde, völlig. Selbst das imposante 1913 errichtete 4 m hohe Denkmal im Stadtpark
besteht leider nicht mehr.