NÜRNBERG
Kaiserburg in Nürnberg
Die letzte Station auf Ludwigs II. Frankenreise im Jahre 1866 war Nürnberg mit seiner „altehrwürdigen“ Kaiserburg. Am 30. November um ½ 4 Uhr hielt er unter allgemeinem Jubel Einzug in die damals sich zum größten Industriestandort Bayerns entwickelten Stadt und nahm bis zum 10. Dezember in der Burg, die selbst Kaiser Barbarossa aufsuchte, Aufenthalt.
Tags darauf besuchte er die Aufführung der „Afrikanerin“ im Theater und am 2.Dezember fand ein Bürgerball in der Turnhalle statt, zu welchem der König „trotz starker Heiserkeit“ zur Begeisterung aller erschien. Wie an allen anderen Stationen der Frankenreise war auch in Nürnberg ein reichhaltiges Programm vorgesehen, wie Besuch der Kirchen, Truppen- und Firmenbesichtigungen, Audienzen etc. Über die Nürnberger Einwohner schrieb Ludwig II. an Richard Wagner: „In keiner Stadt fühle ich mich so heimisch wie hier. Die Bevölkerung ist intelligent und durchaus edel, unterscheidet sich darin so vorteilhaft von dem Münchner Plebs!“ Im Verkehrsmuseum der Stadt sind heute sowohl die Wagen des kgl. Salonzuges als auch die 1868 geplanten Briefmarken mit der Büste Ludwigs II. zu besichtigen. Die Räume in der Kaiserburg, die S.M. damals benützte, sind zwar noch erhalten, jedoch fehlt das Inventar, das einst von der Bürgerschaft und der Geschäftswelt gestiftet wurde, völlig. Selbst das imposante 1913 errichtete 4 m hohe Denkmal im Stadtpark besteht leider nicht mehr.

 

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 Peter Gloswasz
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