Von Oberststallmeister
Graf von Holnstein – er gehörte der „Fangkommission“ an, die nach der Übernahme der
Regentschaft durch
Prinz Luitpold den bereits durch ein Gutachten entmündigten und für
irrsinnig erklärten König
in Gewahrsam nehmen sollte – erhielt er die Weisung auszuspannen. Als Osterholzer sich jedoch auf den königlichen
Befehl berief, entgegnete ihm der Graf: „
Der König hat überhaupt nichts mehr zu befehlen, sondern nur Seine
Königliche Hoheit, Prinz Luitpold.“ Diese Äußerung veranlaßte ihn, dem König unter allen Umständen Meldung zu
erstatten, und so rannte er auf einem Waldpfad in Windeseile zur
´Neuen Burg Hohenschwangau´ hinauf, wo er ins
Zimmer des Königs stürzte und sich diesem vor die Füße warf. Osterholzer bot sich an, bei einer Flucht behilflich
zu sein, doch Ludwig sagte nur: „
Ist gut Osterholzer. Du bist halt ein Treuer. Aber es geht nicht.“ Als der König
zwei Tage später das Schloss verlassen musste, soll er geäußert haben: „
Behandelt Osterholzer gut, er verdient
Belohnung.“ Der Wunsch Ludwigs II. wurde nicht erfüllt – Osterholzer wurde nach dem Tode des Königs aus dem Dienst
entlassen, fand jedoch bei den Fürsten von Thurn und Taxis eine neue Anstellung.