Vom Naturell ein leichter, heiterer, lebhafter und geselliger Mann, hatte er eine Vorliebe für das Ballett
und hielt sich „viel in Gesellschaft meiner flachen, geistlosen Vettern“ auf, wie sich Ludwig II. 1866 äußerte.
Seit 1871, dem Jahr der Reichsgründung, stellte man Otto, bei dem bereits 1865 nervöse Unruhe- und Angstzustände
zu Tage kamen, in Schloss Nymphenburg unter ärztliche Beobachtung. Trotz der fortgeschrittenen Nervenerkrankung
gab es immer wieder öffentliche Auftritte bis zur dauerhaften Internierung 1880 in Schloss Fürstenried. Den
Prinzen behandelten
Dr. Bernhard von Gudden sowie dessen Assistent Dr. Franz Carl von Müller, die 1886 das
Gutachten über Ludwigs II. angebliche Geisteskrankheit erstellten und damit sein Todesurteil fällten. Da es
Otto unmöglich war, die Regentschaft nach dem Tod seines Bruders zu übernehmen, wurde Prinz
Luitpold als
nächstberechtigter Agnat dazu berufen. Am 11. Oktober 1916 – inzwischen war Prinz Ludwig, der älteste Sohn von
Luitpold, König – starb Otto in Schloss Fürstenried, und fand seine letzte Ruhestätte in der Gruft der
Michaels-Kirche zu München.