REGIERUNGSGESCHÄFTE LUDWIGS II.

Ludwig II., von Gottes Gnaden König von Bayern

Damals wie auch heute vertritt das Volk die irrtümliche Meinung, der König habe sich mehr dem Bau seiner Schlösser als der Erledigung der Regierungsgeschäfte gewidmet. Da Bayern Ludwig II. jedoch als Repräsentanten und letztendliches Entscheidungsorgan laut der bayerischen Verfassung benötigte, reisten die jeweiligen Kabinettssekretäre dem König stets zu dessen Aufenthaltsorten nach, um die entsprechenden Unterzeichnungen zuvor verfasster Verfügungen einzuholen.
Aus einem Zeitungsartikel des Jahres 1864 wird ersichtlich, dass der Monarch seine Position als regierendes Oberhaupt des Staates, eingesetzt von Gottes Gnaden, durchaus ernst nahm: "Mit Freude hört man, wie derselbe mit einem für sein Alter doppelt staunenswerthen Ernste sich den anstrengenden Regierungsgeschäften widmet, in welchem ihm aus naheliegenden Gründen eine Menge Neues und Unbekanntes entgegentreten muß. Diese anstrengende und schon Morgens 6 Uhr beginnende Thätigkeit endigt erst kurz vor der Tafel. Trotzdem fühlt sich der König frisch genug, nach derselben seiner Gewohnheit getreu, Ihrer Majestät der Königin Mutter vorzulesen und so seinem Volke das schönste Beispiel des innigsten Familienlebens zu geben." 

 

 Ludwig II.-Forschung
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 Peter Gloswasz
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