„Wie in einem Traum“
(Pferdeschlittenfahrt im Graswangtal – 28. Februar 2003)
von Alexandra Schedel

Schon seit Tagen freute ich mich auf den 28. Februar, denn wir hatten an diesem Tag etwas besonderes vor. Seit Ivonne mir den Vorschlag machte mit dem Pferdeschlitten durch den wunderschönen Ammerwald nach Linderhof zu fahren, dort eine Sonderführung durch die „Königsvilla“ zu machen und danach bei Nacht mit dem Pferdeschlitten zurück zufahren nach Graswang konnte ich diesen Tag kaum abwarten.
Endlich war er da und gegen 14:30 mittags fuhren Nicole und ich in Memmingerberg los. Am Parkplatz angekommen sahen wir gleich Susanne die ebenfalls wartete, schnell mussten wir allerdings feststellen, dass wir auf dem falschen Parkplatz warteten. Wir fuhren dann weiter hoch zum Parkplatz des Gasthofes Gröbelalm in Graswang.

Café Restaurant Gröbl-Alm in Graswang
Café Restaurant Gröbl-Alm in Graswang

Darin wartete schon Ludwig, ein Herr aus Berg am Starnberger See, auf uns, der auch an diesem Ereignis teilnehmen würde. Nun warteten wir noch eine halbe Stunde da oben in dem warmen Gasthaus, bis es an der Zeit wurde loszugehen zum Treffpunkt. Dort angekommen trafen wir dann Ivonne und 3 Franzosen, die sehr nett waren, ich aber zu meiner Schande gestehen muss, dass ich kein Wort Französisch spreche und mich deshalb etwas schwer tat, sie zu verstehen! Zum Glück konnte Franz (einer der Franzosen) relativ gut deutsch.

Der Kutscher spannte schon die Pferde an und von Sekunde zu Sekunde stieg meine Freude auf die kommende Schlittenfahrt. Als jeder seinen Platz in dem Schlitten eingenommen hatte, konnte unsere Fahrt beginnen. Wir hatten sehr viel Spaß, wie wunderschön sich die Berge vor uns erhoben, wie der Schnee in der Sonne glänzte und wie wunderbar mystisch der Ammerwald zu beiden Seiten uns einschloss; alles kam mir vor wie in einem Traum, den ich mir schon lange erträumte.

Kohlbachweg im verschneiten Ammertal
Kohlbachweg im verschneiten Ammertal

Die Schlittenfahrt nach Linderhof dauerte knapp eine Stunde und kurz bevor wir das Schloss erreichten zeigte uns einmal der Kutscher was für eine enorme Geschwindigkeit dieser Schlitten bergab bekommen kann. Es machte riesen Spaß und wir konnten gar nicht genug davon bekommen. Bald danach erreichten wir das kleinste Schloss unseres großartigen Königs. Schon draußen vor dem Königshäuschen kamen uns die Melodien von Wagners Tannhäuser entgegen. Christian, der Kastellan des Schlosses, erwartete uns bereits und die Sonderführung konnte beginnen. Der ganze Prunk des Schlosses wirkt bei Nacht so ganz anders wie bei Tage. Christian erzählte und erzählte, er hatte sichtlich Freude daran. Es war einmal so schön, ruhig und langsam durch das Schloss gehen zu können, ohne dass man „abgefertigt“ wird. Dieses Schloss einmal bei Nacht gesehen zu haben und das in aller Ruhe werde ich wohl nie wieder vergessen. Fühlt man sich doch nachts und bei der Ruhe dem König viel näher als bei Tage und Massenandrang.

Schlittenfahrt Seiner Majestät König Ludwigs II.
Schlittenfahrt Seiner Majestät König Ludwigs II.

Da die Pferde bei der Kälte froren, wollten wir den Tieren zuliebe die Führung aber nicht zu lange hinausziehen. Nach ca. 35 Minuten waren wir wieder draußen. Es war inzwischen dunkel geworden, und der Sternenhimmel zeigte sich in seiner schönsten Pracht. Nun schaltete der Kutscher das Licht an dem Schlitten an und es ging bei Dunkelheit zurück in Richtung Graswang. Man muss den König einfach verstehen, was ihm an diesen nächtlichen Schlittenfahrten so sehr gefiel, wenn man dies einmal selbst erlebte. Die Berge um uns herum wirkten bei Dunkelheit noch mystischer und gigantischer wie bei Tag. Der Anblick, der sich in meinen Gedanken noch jetzt wiederspiegelt, war wunderschön und unvergesslich. Leider verging diese Fahrt viel zu schnell, ich hätte noch stundenlang weiterfahren können, aber man muss ja auch an die Pferde denken, die schließlich einen Schlitten mit 9 Leuten inklusive Kutscher ziehen mussten.

gemütliches Beisammensein nach der Schlittenfahrt in der Gröbl-Alm
gemütliches Beisammensein nach der Schlittenfahrt in der Gröbl-Alm

Als wir wieder an der Gröbelalm ankamen, ließen wir diesen wunderschönen Abend gemütlich ausklingen. Diesen Abend werde ich nie wieder vergessen und ich möchte Ivonne vor allem danken für die supergute Organisation und für dieses unvergessliche Erlebnis. Ich möchte auch alle grüßen die dabei waren: Susanne, Ludwig, Franz und die anderen beiden Franzosen (bis zum Juni spreche ich zumindest etwas Französisch), und nicht zu vergessen Nicole (wir werden sicher bald mal wieder auf den Spuren S. M. unterwegs sein). Danken möchte ich auch noch Christian für die tolle Führung und dem Kutscher natürlich auch.

Eure Alexandra


Copyright@ Februar 2003 by Alexandra Schedel, Sonthofen
 

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