Die Ehe mit Franz Joseph, dem sie vier Kinder schenkte, schien anfänglich äußerst glücklich, doch konnte sich
Sisi, wie sie genannt wurde, nicht mit dem strengen Hofzeremoniell anfreunden, flüchtete daher in Isolation und
Krankheit und begab sich immer häufiger auf Reisen. Ludwig II. und Sisi, die eine tiefe Seelenfreundschaft
verband, schrieben sich Briefe, die sie auf der
Roseninsel füreinander hinterlegten. Sie gab Ludwig II. zu
verstehen, dass er „
von der herzlichen aufrichtigen Freundschaft, die ich insbesondere für Dich hege“ überzeugt
sein könne. Weilte Sisi in Possenhofen, so meldete sich der König umgehend „
in österreichischer Uniform und ganz
mit Chypre parfümiert“ zum Besuche an. „
Er war kein Narr, nur in seinen Idealwelten lebender Sonderling.“ erklärte
Elisabeth, die den Tod ihres Freundes nur schwer verwinden konnte. Als letzten Gruß sandte sie einen in Feldafing
gepflückten Strauß von Jasmin, den seine rechte Hand an die Brust drückte. Ein schwerer Schicksalsschlag für die
österreichische Kaiserin war ebenso der Freitod ihres einzigen Sohnes Rudolf 1889 in Mayerling. Durch die Hand
eines Anarchisten starb Sisi am 10. September 1898 in Genf und wurde in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt.