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„Am Hofe Ludwigs II. – Max Graf von Holnstein aus Bayern“
Dia-Vortrag mit Holnstein-Experte Martin Irl
von Ivonne Ebersbach
Der Saal der VHS Starnberg war besetzt mit Interessierten, als
der Gräflich von Holnstein´sche Hauschronist, Herr Martin Irl aus Schwarzenfeld, am Abend des 5. März 2004 über
das Leben des
Grafen Maximilian von Holnstein am bayerischen Hofe referierte. Prof. Dr. H.G. v. Chüden würdigte
in seinem Grußwort zunächst die Arbeit um Wiederherstellung des Namens Holnstein in der breiten Öffentlichkeit,
respektive in Ludwig-Kreisen, in denen man nach wie vor diesem gegenüber sehr voreingenommen zu sein scheint.
Unter den besonderen Gästen konnte er Michael Graf von Holnstein, Urenkel des einstigen Grafen Maximilian v.
Holnstein, begrüßen. Im Holnstein-Nachlaß tief bewandert, zeichnete Irl das Bild des Jugendfreundes,
Oberststallmeisters, Beraters und Sendboten König Ludwigs II. und bot einen souveränen Überblick über das
Leben des wohl bekanntesten Mitglieds der Familie von Holnstein.
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Dia-Vortrag von Martin Irl
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Hr. Irl im Gespräch
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Der am 19. Oktober 1835 geborene Maximilian Karl
Theodor von Holnstein war zu Erziehungszwecken oftmals am bayerischen Hof und kam so mit den Prinzen Ludwig
und
Otto in Kontakt. Als Prinz Ludwig schließlich am 10. März 1864 zum König ausgerufen wurde, wurde Max Graf v.
Holnstein, der aufgrund eines Pistolenduells in Festungshaft saß, bald vom König begnadigt und wenig später zum
Kgl. Bayer. Oberststallmeister ernannt. Die Freundschaft zwischen beiden Männern wuchs – König Ludwig betraute
den Grafen mit äußerst verantwortungsvollen Aufgaben und schätzte die Leistungen seines engsten Vertrauten
durchaus. Ludwig II. hegte ebenso Interesse an dem persönlichen Umfeld des Grafen – begeisterte er sich doch für
dessen Halbschwester Wilhelmine M. C. Wenzel Freifrau von Sternbach, geb. Künsberg, Freiin von Fronberg. Der um
sieben Jahre ältere Wilhelm Maximilian Künsberg, Freiherr von Fronberg, wiederum, ein Stiefbruder des Grafen,
wurde 1866 zum Flügeladjutanten ernannt; nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass dem König dessen blaue Augen
gefielen, die er auch beim Grafen selbst bewunderte. Als Zeichen seiner Freundschaft äußerte Ludwig II. den
Wunsch, sich noch im selbigen Jahre wie sein Kamerad Holnstein zu vermählen, löste die Verlobung mit
Herzogin
Sophie Charlotte in Bayern jedoch im Oktober des Jahres 1867. Als Hochzeitsgeschenk hatte der König die Wohnung
des Oberststallmeisters am Marstallplatz nach dem Geschmack der beiden jungen Eheleute von Holnstein, die im Mai
1867 geheiratet hatten, einrichten lassen. Als im September 1868 schließlich Stammhalter Ludwig Karl zur Welt kam,
übernahm Ludwig II. die Patenschaft, was höchst selten geschah.
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Die Thematik der Kaiserproklamation 1871 in
Zusammenhang mit dem von Ludwig II. geschriebenen „Kaiserbrief“, für dessen Überbringung der Graf verantwortlich
gewesen, wurde gleichsam wie die Entmündigung des Königs 1886, bei der Holnstein als Kurator des Königs eingesetzt
wurde, von dem Holnstein-Experten behandelt. Irls Aussagen zunach habe Holnstein die Übermittlung des
Kaiserbriefes übernommen, in welchem Ludwig II. dem preußischen König Wilhelm I. die Kaiserkrone anbot und somit
zur Reichsgründung im Wesentlichen beitrug. Fortan erhielt Ludwig II. von Reichskanzler
Bismarck Gelder aus dem
Welfenfonds, die ihm durch Graf von Holnstein überbracht wurden, der sich davon jedoch 10% Vermittlungsprovision
abzog. Dieses Thema löst in Ludwig-Kreisen immer noch heftige Diskussionen aus; es wird mitunter behauptet, der
König habe von den Geldern, die an ihn geflossen, nichts gewußt. Dies jedoch widerlegte der Holnstein-Archivar
durch ein Schreiben des Königs vom 25. Juli 1871 an seinen Hofsekretär Lorenz von Düfflipp, in welchem Ludwig II.,
der zu jener Zeit zahlreiche Aufträge für die Schlossbauten erteilte, die Gelder durchaus erwähnte: „es gehe
leicht, da ja die Bismarck´schen Gelder fließen“. Die jährlichen Zahlungen aus den Zinsen des Welfenfonds flossen,
wie Hofsekretär Pfister 1884 feststellte, „von Anfang an auf allerhöchste Anordnung in die Kabinettskasse...“ In
den Büchern wurden die preußischen Zuwendungen zusammen mit den Fideikommiss-Erträgnissen als „Zuschuss aus der
Vermögenskasse“ verbucht und später als „geheime Ein- und Ausgaben“ getarnt. Brisanter ist da schon die Tatsache,
dass die „Pferde-Exzellenz“, wie er häufig genannt wurde, infolge der Entmündigung des Königs der sogenannten
„Fangkommission“ angehörte, die den König unter ärztliche Aufsicht zu stellen gedachte, und er - obwohl bereits
1883 in Ungnade gefallen - gemeinsam mit Graf Törring-Jettenbach die Vormundschaft des Königs übernahm. Nach dem
Tod des Königs blieb Graf Maximilian von Holnstein noch einige Jahre im Dienst des
Prinzregenten Luitpold, zog
sich jedoch Anfang der 1890er Jahre auf Schloss Schwarzenfeld zurück, wo er am 1. Februar 1895 verstarb und im
Mausoleum auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt wurde.
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Holnstein-Archivar Martin Irl
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Selbstverständlich wusste Martin Irl uns an entscheidenden Stellen auch die gesellschaftlichen und familiären
Verhältnisse zu erläutern, die den Zuhörer zum besseren Verständnis damaliger Gepflogenheiten führen sollten.
Durch ausgewählte Photographien, auf Dia gebannt, wurden alle Stationen des gräflichen Lebens ausgiebigst und
anschaulich dargestellt. Eine verdienstvolle Präsentation, die einen eindrucksvollen Rückblick auf bereits
Geschichte gewordene Ereignisse vermittelte.
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Fazit:Die Person des Grafen Max von Holnstein ist es wert, sie einer näheren
Betrachtung zu unterziehen und vorbehaltlos zu urteilen – steht doch die Familie noch immerfort in höchstem
Ansehen.
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Hr. Martin Irl im Gespräch mit Hr. Mathes
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Gäste des Vortrages: Michael Graf v. Holnstein (2.v.li), Martin Irl (3.v.re),
Hr. Heinemann (vo. li)
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Copyright@ März 2004 by Ivonne Ebersbach, Starnberg
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