Am
späten Nachmittag des darauffolgenden Tages, am verregneten 13. Juni,
unternahm Seine Majestät mit Obermedizinalrat
Dr. v. Gudden einen kleinen
Spaziergang in den am See gelegenen Schlosspark, von dem er und sein
Begleiter nicht wiederkehrten. Als die beiden Herren um 20 Uhr immer noch
nicht eingetroffen waren, war man im Schloss sehr unruhig geworden und
veranlasste eine Durchsuchung des Parks. Gegen 23 Uhr fand man den Überrock
des Königs, den Regenschirm sowie die Hüte der Vermissten nahe dem Ufer
und bald darauf auch die im Wasser treibenden leblosen Körper des Königs
und seines Arztes. Obwohl nach der Obduktion der Leiche
Ludwigs II. unter der trauernden Bevölkerung die Nachricht verbreitet
wurde, der König wäre im 1,20 m tiefen Wasser ertrunken oder hätte gar,
nachdem er sich Gudden entledigt hatte, Selbstmord begangen, schenkte man
eher den Gerüchten, der König sei auf der Flucht erschossen worden,
Glauben. "Ein ewig Räthsel....."