KAPELLE  IN  VORDERRISS
Kapelle und Forsthaus in Vorderriß
Bei seinen wochenlangen Aufenthalten in der vielgeliebten Vorderriss unternahm der als menschenscheu geltende Monarch nicht nur Spaziergänge im Wald, sondern er kam auch zur sonntäglichen Messe in die sich neben dem Forsthaus befindliche Kapelle.
„Da geschah es zuweilen“, erinnerte sich Ludwig Thoma, „daß vorne auf einem mit Samt ausgeschlagenen Betstuhl ein hochgewachsener Mann kniete, der sein Kreuz schlug und der Zeremonie andächtig folgte, wie der Sagknecht oder Kohlenbrenner, der durch ein paar Bänke von ihm getrennt war. Wenn der Mann aufstand und die Kapelle verließ, ragte er über alle hinweg, auch über den langen Herrn Oberförster, der doch sechs Schuh und etliche Zoll maß“. 1866 hatte der „große Mann“ die Kapelle erweitern lassen und stiftete einen neugotischen Altar, Paramente und einige gemalte Glasfenster, deren Initialen eindeutig auf Ludwig II. schließen lassen. Die meist verschlossene Kapelle und die auf der Anhöhe stehenden Gebäude, wie das ehemals königliche Jagdhaus, gehören heute zur „Forstdienststelle Vorderriß II. des Bayr. Forstamts Fall“.

 

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 Peter Gloswasz
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