RICHARD  WAGNER
Richard Wagner, der Günstling König Ludwig II.
Der am 22. Mai 1813 in Leipzig geborene Richard Wagner interessierte sich bereits als Jugendlicher für die Theaterwelt und wollte ursprünglich die Bühnenlaufbahn als Schauspieler oder Sänger einschlagen. Nachdem er 1829 beschloss, Musiker zu werden, entstanden im Laufe der nächsten 35 Jahre nicht nur Opern wie „Thannhäuser“, „Tristan und Isolde“ und „Lohengrin“, sondern auch horrende Schulden, die ihn zu einem häufigen Wohnungswechsel innerhalb Mitteleuropas trieben.
Als König Ludwig II. kurz nach seiner Thronbesteigung Wagner von seinem Kabinettsekretär Pfistermeister aufspüren lässt und dem Dichterkomponisten im Mai 1864 in München gegenübersteht, versichert er ihm die Begleichung aller finanziellen Verbindlichkeiten und erklärt sich bereit, für die Vollendung und Aufführung der Werke treu Sorge zu tragen. Den begeisterten Monarchen, der Wagner als „Ein und All! Inbegriff und Quelle meiner Seligkeit! Glückseliger!“ oder „Grund meines Daseins! Angebeteter Freund!“ bezeichnete, drängte man „zwischen der Liebe und Verehrung Ihres treuen Volkes und der Freundschaft Richard Wagners“ zu wählen, und so verwies er widerwillig den Tonkomponisten des Landes. Seinen Eid, ihm in Treue allzeit verbunden zu bleiben, brach er jedoch nie und sprach nach Wagners Tod 1883: „Den Künstler, um welchen jetzt die ganze Welt trauert, habe ich zuerst erkannt und der Welt gerettet“.

 

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