Während seines fünftägigen Aufenthalts in der hiesigen Stadt bewohnte Seine Majestät den südlichen Trakt der
ehemaligen Residenz der Fürstbischöfe, welchen er sich mit Möbeln aus München einrichten ließ.
In den Tagen nach seiner Ankunft am 24.11.1866 unternahm Ludwig II. Ausflüge zu Pferd nach Helmstadt, Remlingen
und Roßbrunn, wo er sich die Schauplätze des Krieges zeigen ließ und auf dem Friedhof von Üttingen jedes einzelne
Soldatengrab schmückte. Es folgten Empfänge, Militärparaden, bei der sich der König eine Erkältung zuzog,
Hoftafeln, Theater- und Kirchenbesuche, und ein Ball der Gesellschaft „Harmonie“, bei der er einer Würzburgerin
folgendes Gedicht in ihr Poesiealbum schrieb, das Auskunft über seine edle Gesinnung gibt: „
In Anderer Glück
sein eigenes finden/Ist dieses Lebens Seligkeit./Und anderer Menschen Wohlfahrt gründen,/Schafft göttliche
Zufriedenheit.“ Am 30. November trat der Bayernkönig die Weiterreise nach
Nürnberg an, um den dortigen
Einwohnern im Hinblick auf die bevorstehende Adventszeit, in der nicht getanzt werden dürfe, die Freude auf den
geplanten Festball nicht zu nehmen.