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Friedrich Xaver von Ziegler, Sohn des bayerischen Offiziers a.D., Franz Xaver Ziegler, und dessen Gemahlin aus
der freiherrlichen Familie von Donnersperg, ward im Jahre 1839 geboren. Seine Jugend verbrachte er mit seinem
Bruder auf dem in Oberbayern gelegenen Gute Schonstett. Er begeisterte sich für Werke der Malerei und Literatur
und verfasste während seiner Studienzeit derlei ernste und heitere Verse.
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Bevor er 1872 als Hilfsarbeiter in die Kabinettskanzlei berufen wurde, amtierte er am Bezirksgericht Augsburg.
Als er 1878 im Alter von 37 Jahren Kabinettschef wurde, bezog er eine Dienstwohnung in der Residenz, stand fortan
in unmittelbarem Dienst des Königs und sah seine Frau und Kinder nunmehr höchst selten. In einer Stunde klarer
Erkenntnis äußerte Ludwig II.: „Um alles in der Welt möchte ich nicht mein eigener Kabinettschef sein!“,
denn als dieser hatte Ziegler stehend zu referieren, mußte nicht selten stundenlang im Vorzimmer warten und wurde mit
Aufträgen belehnt, die in andere Ressorts gefallen wären. Während eines Vortrags zielte der König einmal mit
einer täuschend echten Nachahmung eines Revolvers auf Ziegler, der jedoch, so wie der Monarch es erwartete, sich
davon nicht beirren ließ. Dennoch war der König ihm besonders in den Jahren 1874-1879 sehr freundschaftlich
zugetan und bot ihm das „Du“ an, welches Ziegler jedoch nie gebrauchte. Im Sommer 1883 wurde seinem Gesuch um
Entlassung stattgegeben, woraufhin er andere Posten in Regensburg und zuletzt als Regierungspräsident von
Oberbayern in München annahm. Sein Gesundheitszustand hatte sehr stark gelitten; er starb im Jahre 1897.
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